Dienstag, 4. November 2008

Japaner und Sport

Das bedarf einer gesonderten Betrachtung! Denn wer denkt, ach, ich war schon in vielen Stadien, habe schon die verschiedensten Sportarten live gesehen und werde wohl nicht soo viel Neues erleben, der irrt! Und zwar gewaltig!

Ich habe jetzt schon zwei Sportarten besucht und muss sagen, die Japaner haben da so ihre ganz eigene Kultur. So war ich bei einem WM-Qualifikationsspiel Japan gegen Usbekistan. Schon die Anreise zum

Stadion unterscheidet sich von allem, was man aus Deutschland gewohnt ist. Da die U-Bahn hier kronisch Überfüllt ist, war das also schon mal nicht überraschend. Aber obwohl man dem Stadion immer näher kam, wurden die Fans mit Trikot nicht mehr! Es waren trotz

Länderspiel immer noch überwiegend Anzugträger unterwegs. Am Stadion angekommen änderte sich das Bild nur allmählich und selbst im Stadion liefen noch sehr viele im Anzug rum. Ein weiterer Unterschied ist, während des Wegs zum Stadion keinerlei Fangesänge! Eine Stimmung wie auf einer Beerdigung! Dies änderte sich jedoch schlagartig, als die japanische Nationalhymne erklang! Auf ein Mal schienen alle wie aus einer Kehle zu brüllen! Das hat mich sehr beeindruckt. Nach den Hymnen war dann auch Stimmung und die Fangesänge verwandelten das Saitamastadion zu einem Hexenkessel. Das Stadion wurde übrigens für die WM 2002 errichtet und ist ein echtes Schmuckkästchen. Das

Spiel dümpelte leider mehr schlecht als recht vor sich hin, aber zum Glück gab es Bier. Das machte uns das anfeuern gleich leichter. Doch dann die große Überraschung: ab der 80 Min. kein Bierausschank mehr! Undenkbar, aber ich habe es erlebt! Die Verkäufer, die grade am einpacken waren, hatten auch überhaupt kein Verständnis dafür, dass ich so „spät“ noch Bier kaufen wollte! Naja, das Spiel ging am Ende 1:1 aus, weil die Japaner erst zu spät den druck erhöht haben (quasi mit Ende des Bierverkaufs). Bereits kurz vor Abpfiff verließen dann auch die meisten das Stadion. Das lief ebenfalls sehr gesittet und Ruhig ab, so dass bereits kurz nach dem Abpfiff nur die Menschenmasse daran erinnerte, dass hier ein Fußballspiel statt gefunden hatte.




Nach diesem Spiel dachte ich mir, mhm, die Japaner begeistern sich doch so für Baseball, wäre sicherlich mal

interessant ein Spiel live zu sehen. Und ein paar Tage später bekomme ich ne e-Mail von Henning, ob ich nicht Lust hätte für 300 Yen zum Unibaseball zu gehen? Klar hatte ich die! Nach dem Fußballerlebnis, dachte ich mich könne nun nichts mehr schocken, aber weit gefehlt!

Beide Unis boten eine Menge für die Fans. So gehörten neben Cheerleadern

auch Trommler und andere EIINHEITZER zu den Attraktionen auf der Tribüne. Der Anfeuerintusiasmus ging dann auch so weit, dass man sich gar nicht wirklich auf das Spiel konzentrieren konnte! Und nach ungefähr jedem dritten Inning ging das ganze soweit, dass die Hymnen der jeweils schlagenden Uni gesungen wurde und während dieser Zeit haben die Fans der anderen Uni absolut still zu sein! Das war sehr merkwürdig! Nach dem Spiel wiederholte sich diese Prozedur und man durfte nicht einmal den Block verlassen und Nachhause gehen! Nein, man musste erst dem Gegner den nötigen Respekt entgegenkommen lassen! Das gibt’s wohl nur in Japan oder? Also so was habe ich noch nirgends erlebt.

Es hat sich aber trotz aller Kulturschocks gelohnt zu beiden Veranstaltungen gegangen zu sein! Wenn im Februar die Sumo-Saison in Tokyo ist, werde ich mir dies auch noch anschauen! (Sofern der Yen bis dahin nicht 1:1 umgetauscht werden muss! Was ist da im Moment eigentlich los? Der Euro so schwach wie seit 8 Jahren nicht! Na danke! Da ist man einmal außer Landes und schon geht alles den Bach runter oder wie??? Sag mal einer Angie bescheid, dass das nicht so weiter gehen kann!)

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Freitag 2008/10/10 - Montag 2008/10/13 新川崎 (Shinkawasaki) 京都(Kyoto)



Am Freitag hatte ich ein Vorstellungsgespräch in Shinkawasaki bei 三菱ふそう Mitsubishi Fuso im R&D Research and Development Department. Um es kurz zu machen: es lief ganz gut, beidseitiges Interesse ist auch vorhanden, aber eine definitive Zusage konnte mir noch nicht gegeben werden.
Naja, immerhin etwas Licht am Ende des Tunnels….
Abends ging es dann mit André, Henning und ein paar Bremern nach Shibuya (渋谷). Da war was los sag ich euch! WOW! Aber da ich am nächsten Tag nach Kyoto









wollte und die anderen auch etwas schwächelten gab es nur ein Bier in einer Bar und ein wenig Rumgelaufe. War auch ein harter Tag für mich. (zum ersten Mal als Salaryman verkleidet…)
Samstag ging es also auf große Fahrt, mit dem Shinkansen (新幹線) in die alte Hauptstadt. (heute Hauptstadt der 虫 Mushi = Insekten wie ich mir hab sagen lassen)
Vom Tokyoter Hauptbahnhof zum Kyotoer. Und der letztere beeindruckte mich durch seine größe und Unübersichtlichkeit!












Kommt man aus Berlin denkt man: ok, ick kenn jeze den Lehrta, dit is der jrößte Bahnhof den wo jibt weit und breit!
Aber nüscht is! Der hinter den sieben Bergen ist noch viel größer! Naja, zumindest braucht der 京都駅 sich nicht zu verstecken! Und dennoch ist es mir geglückt Jenny und Katja, die mich dort abholen wollten, zu finden! Katjas Gastvater war auch mit von der Partie und hatte gleich ein wenig was organisiert… Auf dem DACH des Bahnhofs gab es ein kleines Fest für Kinder. Und ein Konzert ein paar Stockwerke darunter. Im Anschluss waren wir dann einen von vielen Tempeln anschauen und der Gastpapa konnte uns allerhand erklären (nur japanisch und ich habe trotzdem das meiste verstanden! was ein Erfolgserlebnis! Besser als in der Uni)
Dann bin ich mit den Mädels auf eigene Faust weiter und wir sind nach Gion um uns dort einen weiteren Tempel anzuschauen. Da es aber bereits nach 18 Uhr war (siehe vorheriger Bericht) war dort alles schon erleuchtet und wir hatten Glück, denn im Schrein fand eine Hochzeit statt. Sehr interessant! dann noch ein wenig schlendern durch eine große Einkaufsstraße und schon kam der kleine Hunger vorbei! Aber da es im Gegenteil zu Mülleimern in Japan von Essensmöglichkeiten nur so wimmelt, würden wir relativ schnell fündig. Es gab rohen (!) Hahn auf leckerem Gemüse-Reis. Klingt komisch, war es auch, aber ich fands trotzdem ganz lecker. Dann zu Katjas Gastfamilie, wo ich netterweise schlafen durfte. Die Gasteltern haben uns richtig gut bewirtet und es hat riesig spaß gemacht, denn obwohl alles auf japanisch lief, kam ich sehr gut mit! (läuft doch langsam)
Sonntag war dann Matsuri(Festtag) in Otsu, dem Ort, in dem Katja wohnt. Als wir dann in den schmalen Gassen des Ortes unterwegs waren um uns den Umzug der reich geschmückten Wagen anzuschauen, war die spannende Frage, wer oder was denn nun die Atraktion war! Die Wagen? Die zwei blonden Ausländerinnen? Der riesige Ausländer?
Die armen Japaner wusste gar nicht was sie zuerst bestaunen sollten! Daher wurden wir dann auch schnell von einer netten Familie „von der Straße geholt“, d.h. wir durften uns den Umzug aus dem ersten (in Japan der 2.) Stock eines traditionellen Hauses anschauen. Das war sehr spannend, denn die „Wirtin“ wusste eine Menge über die verschiedenen Wagen zu berichten.
Nach dem Umzug sind wir dann noch mit ner 船 (nem Mississippi-Dampfer) auf dem Biwasee gefahren. Sehr schön! Abends gab es dann ein traditionelles gericht (Nabe) eine art Eintopf, wo die Grundzutaten am Anfang gekocht werden und dann nach belieben andere mit hinzukommen (in unserem Fall Fisch, aber es geht im Prinzip auch alles andere) Im Anschluss wurde dann ein interessantes Brettspiel gespielt. Ich nenne es mal 戦争 Senso, also Krieg, denn den richtigen Namen habe ich leider wieder vergessen. Aber im Prinzip ging es auch um Krieg. Es ging entsprechend heiß her! Und Jenny hatte an dem Abend das Glück auf ihrer Seite und konnte die meisten Schlachten für sich entscheiden!
Am Montag waren wir dann wieder in der Stadt unterwegs. Zunächst wurde mir der Campus der Doshisya Uni gezeigt. Dort lernen die beiden ab morgen (Dienstag) dann japanisch. Dann ging es zum Kinkakuji (金閣寺), dem güldenen Tempel und von dort aus zum Kiyomizudera (清水寺),









dem Buddhistischen Tempel, der ab Ende Oktober für 25 Jahre (!) geschlossen wird. Aber keine angst, wem die Fotos gefallen, man kann die Anlage auch so noch besuchen. Nur halt nicht in den Tempel hinein.
Danach ging ein ereignisreiches Wochenende zu Ende, denn ich musste leider wieder zurück nach Tokyo, obwohl mir Kyoto am Anfang doch sehr ruhig und klein vorkam, werde ich es dank der hervorragenden Führsorge in guter Erinnerung behalten!!!

Samstag 2008/10/04 富士山 (Fujisan)




Einwenig spät, aber hier mein bericht von der Reise in Richtung Fuji:

Morgens um 07.45 war Treffpunkt an der Uni und von da an sollte die Reise zum heiligen Berg losgehen! Die Reise wurde vom International Office der Uni organisiert und diente dazu, dass wir Neuankömmlinge Anschluss an interessierte Japaner bekommen. Daher wurde auch als erstes eine Vorstellungsrunde im Bus abgehalten. Wie gesagt, es war Samstagmorgen und die Vorstellung musste in japanisch sein! D.h., die Begeisterung hielt sich in Grenzen (aber nur bei den Ausländern…) aber nichts desto trotz mussten wir kurze Zeit später wieder etwas über uns erzählen. (dieses Mal war aber englisch erlaubt) Also begann die Reise schon ein Mal mit einer Menge spaß!

Dann kam plötzlich die Durchsage: jetzt alle nach rechts schauen, der Fujisan ist zusehen!

Und da erhob er sich auch! Leider konnte ich aus dem Bus heraus kein Foto schießen, denn ich saß auf der falschen Seite. Und als wir dann kurz darauf zu einem Aussichtspunkt gekraxelt sind hatte der schüchterne Riese sich wieder hinter einem Wolkenvorhang versteckt! (Er war der einzige Berg mit Wolken! Schon komisch…)













Dennoch war es nun Zeit für das O-Bento (お弁当) das japanische Lunchpaket! Mhm, lecker!














Dann ging es einen ziemlich steilen Abhang hinab und wieder in den Bus. Dieser brachte uns nun zu einer Höhle,

welche aus Lava

durch einen Ausbruch des Fuji entstanden ist. Wir mussten uns alle Helme aufsetzten und wir Ausländer dachten: jaja, die Übervorsichtigen Japaner! Als wenn ich nicht schon in Höhlen war!

Aber am Ende war doch jeder (ich besonders) froh, dass er einen Helm hatte, denn die Höhle war zum Teil nur 1m (einen Meter!!!) hoch! (dass ich da durch musste hat dann auch wieder für eine M

enge Heiterkeit gesorgt!




Im Anschluss an dieses Abendteuer ging es zu einem alt japanischen Dorf. Dieses

wurde in den 60’er Jahren durch ein Feuer zerstört, aber Rekonstruiert. Sehr interessant! (sah etwas aus wie bei den Wikingern…)

Das war auch schon die Tour zum Fuji, denn in Japan wird es schon um 6 (inzwischen noch eher) dunkel! Und das ganze ohne groß Dämmerung und so einen schnick schnack! (ist ja schließlich auch das Land der Aufgehenden Sonne… Jaha, ich weiß!)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Hier noch das Video und ein paar andere Bilder:

Sonntag 2008/9/28


Heute ging es wieder nach Tokyo rein. Auf dem Programm stand zum einen der Park in Ueno 上野, zum anderen der Tempel in Asakusa 浅草. Im Park von Ueno gibt es einen kleinen Zoo, den wir uns anschauen wollten. Und was hören meine Ohren, als wir die Parkanlage betreten? „Djingdeskan“ auf Deutsch! Ein Künstler hat zu diesem Lied Luftballons für Kinder geformt! Toller Anfang, dachten wir uns! ;-)





Im Zoo war dann auch allerhand los. Aber wir fanden, dass die Tiere dort nicht sehr glücklich aussahen. Die Gehege waren sehr klein und größere Tiere, wie z.B. Elefanten waren immer allein im Gehege.
Und die Hauptatraktion für so manch jungen Japaner waren eh der Große und die Blonde aus dem Ausland…

Aus dem Zoo raus ging es zu einem See, der auch zum Park gehört. Dort hat mich dann der Hunger übermannt und ich habe mir einen Hähnchenspieß gekauft. Darauf hin bekamen dann alle Hunger und wir haben uns noch Okonomiyaki und ich mir gebratenen Tintenfisch gekauft.



Das war lecker!
In der Mitte des Sees war ein kleiner Tempel und dort habe ich mir einen kleinen Talisman gekauft, der zur Verhütung des Unglücks und dem Schutz vor anderem Übel dienen soll. Mal sehen, ob es hilft.
Danach ging es in eine Marktstraße. Das war ein Gedränge und Geschupse! Und Laut war es, weil jeder versucht hat seine Waren an den Mann zu bringen. Dort haben wir dann auch eine Dönerbude entdeckt! Aber wir waren noch satt von dem Snack zuvor und so sind wir weiter nach Asakusa.
Die Tempelanlage dort ist ziemlich groß und beeindruckend. Schade nur, dass dort so viele Touristen rum rennen… ;-)
Fertig vom ganzen rum gelaufe ging es dann nach Hause. Genug eindrücke für heute!

Sonntag, 28. September 2008

Freitag, 2008/9/26

Abends steht ein treffen mit einem Prof aus Deutschland an, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg!!!

Denn zunächst geht der Tag wieder mit Unterricht los! Aber da heute, wie jeden Freitag, lasure Friday ist, haben wir schon um 12:15 Uhr Schluss! Und das ist auch gut so, denn zum einen ist der Unterricht schon ziemlich anstrengend, aber zum anderen will ich mir auch endlich ein HANDY und eine KAMERE kaufen!!! Alle anderen haben sich schon Handys besorgt und die meisten hatten schon Kameras in Deutschland, nur ich habe nichts davon!!! Ich fühle mich wie ein halber Mensch! Alle um mich rum schreiben ständig Mails oder fotografieren oder beides!!!

Ab jetzt will ich dazu gehören! Ich treffe mich also mit Henning und den anderen aus Soka in Akihabara 秋葉原, oder auch „Electrotown“ genannt! Und los geht’s: Flo bekommt zu erst einen Handyvertrag! Juhu!

Doch dann der schock: teurer, als geplant! Aber hey, ich bin doch Student kann man da nicht was machen? KLAR!!! Muahaha. Jetzt habe ich also ein Handy mit dem ich ins Internet gehen kann um z.B. Zugverbindungen oder Routen raus zu suchen. Ich kann e-Mails schreiben und sogar FERNSEHEN!!! Dafür muss ich nur das Display drehen und schon geht’s ab! Yosh! Von diesem Kauf ein kleinwenig in Stimmung gebracht geht es weiter in die Kameraabteilung. Dort ist sie: eine Sony Cyber-shot Kamera mit Touchscreen und nen paar ziemlich komischen Funktionen. Aber ich musste sie unbedingt haben!!! Und jetzt wird erstmal drauf los fotografiert. Denn so ein 4GB Speicher muss sich ja auch lohnen!!! ;-)

Das treffen mit dem Prof war dann auch ganz nett. Es gab wieder ein 飲み会und ein, zwei Bierchen wurden getrunken! Aber hey, ich hab jetzt ein Handy und ne Kamera!!!

Hier ein paar proben von meiner neuen Kamera:











Freitag, 26. September 2008

Flo ist „big in Japan“

Hallo zusammen,

ich wollte mich mal melden und einen Bericht meiner ersten Woche abliefern. So viel vorweg: es ist so viel passiert, dass ich schon gar nicht mehr alles weiß! ;-)
Aber beginnen wir am Anfang. Meine Reise begann schon, bevor es richtig losging, weil ich mich in Bremen noch von ein paar Freunden verabschieden wollte. Das war am Sonntag, den 17.09.. Am Montag ging es dann nachmittags nach Hamburg. Dort hatten Marius, ein Kommilitone der jetzt auch mit mir im Wohnheim wohnt, und ich die Möglichkeit bei Jennys Oma zu übernachten. Jenny ist ebenfalls eine Kommilitonin und sie, Katja, Marius und ich sind dann am Dienstag 09:50 Uhr nach Kopenhagen geflogen. Der erste Flug ging in einer ziemlich kleinen Maschine mit ca.70 Plätzen. Da war nichts mit Beinfreiheit und die „guten Plätze“ waren natürlich auch schon weg, obwohl wir 2 1/5 Stunden vor Abflug eingecheckt haben. Naja, da es aber nur ein 1 1/5 stündiger Flug war, ging es. Der Flughafen in Kopenhagen wurde also sicher erreicht. Und wir dachten, der müsse größer sein, als der in Hamburg, wenn man von dort aus direkt nach Tokyo fliegen kann, aber ich fand ihn nicht größer als Tegel. Da sich unsere Flugdaten schon vor Reiseantritt geändert hatten, mussten wir nun 3 Stunden dort totschlagen. Und das, obwohl die Dänen nichtmal den Euro haben. Ätzend! Weil in Japan nutzen mir die Wechselgeld-Kronen auch nichts…
Also aßen wir nur eine Kleinigkeit und langweilten uns. „Das kann auf dem fast 11 stündigen Flug ja noch heiter werden!“ dachten wir uns. Wurde es auch! Denn sei es aus Nervosität oder einsetzendem Jetlag, wir konnten während des Fluges nicht schlafen. Es gab zwar ein paar Filme zur Auswahl, aber das ist auch nur Anfangs spannend.
Irgendwann sind wir dann doch ohne weitere Zwischenfälle gelandet. Als wir aus dem Flieger stiegen passierte es dann: „Bum!“ ich lief gegen eine Wand aus Luftfeuchtigkeit und Hitze! Man hatte uns zwar gesagt, dass es in Japan im Sommer heiß und feucht ist, aber keiner hat gesagt, dass der Sommer immer noch anhält!!! Also ging es klatschnass geschwitzt zur Einreisekontrolle. Dort lief alles glatt, weil wir anscheinend alles richtig ausgefüllt haben. Beim Warten auf das Gepäck musste ich dann aufs Klo. Doch, das Herren Klo (in Japan oft durch blaue Figuren gekennzeichnet) war out of order! Also musste ich auf ein Behindertenklo. Das war so ein vollelektronisches, wo die verschiedensten Funktionen über Knopfchen ausgelöst werden können. Ich stand davor wie ein Schwein vor nem Uhrwerk! Aber dank zwei Jahren Japanischstudium habe ich es dann doch geschafft zu Spülen! „Yatta“!
Als wir den Zoll überzeugt haben, dass wir nichts Explosives oder sonst irgendwie Verbotenes in sein Land bringen wollen, wurden wir glücklicher weiße von Orie abgeholt. Sie war vorher für ein Jahr Austauschstudentin bei uns in Bremen. Denn ich bezweifle, dass wir das schon alleine geschafft hätten. Inzwischen habe ich mich zum Glück schon an das U-Bahnsystem hier gewöhnt und weiß wie ich von A nach B komme. Vom „Heimatbahnhof“ Sokastation wurden wir dann auch von zwei Japanerinnen abgeholt und sie brachten uns zu unserer Bleibe.





























Die ärmsten wussten da allerdings noch nicht, dass uns das International Office der Uni gleich am ersten Tag alle möglichen Anmeldungen, wie z.B. für den 外国人登録証明書 (lies: Gaikokujintorokushoumeeisho); den Ausländermeldeschein!
Zur Versöhnung waren wir dann allerdings beim Shabushabu-Essen mit ihnen. Das war sehr lecker. Wie überhaupt alles bisher geschmeckt hat, was ich mir zum essen gekauft habe. Sei es als Snack to go aus dem Conbini (Convinientstore) oder in der Mensa oder im Restaurante.
Am Donnerstag ging es dann zum ersten Mal für kurze Zeit nach Tokyo zur Medizinischenuntersuchung! Das hat uns einweinig an die Musterung erinnert! Naja, die lustigste Situation hierbei war, dass die kleinen Japanerinnen mich Messen und Wiegen wollten. Dies wird hier jedoch auch elektronisch gemacht und für diese Messeinrichtung war ich zu groß! Also musste von Hand vermessen werden, dafür waren aber nun 5 Japanerinnen von Nöten! Das muss ein Anblick gewesen sein!
Am Freitag war dann unser Einstufungstest für die Sprachkurse. Erst lief bei mir gar nichts zusammen, aber dann bekam ich einen Test, der meinem Können eher entsprach. Ich bin nun mit vielen anderen Deutschen und ein paar Chinesen in dem mittelschweren Kurs (von 4…) aber das ist ok, der ist schwer genug! Dann gab es eine Führung über das Unigelände und ich muss sagen, dass die Uni ziemlich beeindruckend ist! Wir sind in einem Gebäude, das sehr neu ist. Alles auf dem neuesten Stand eingerichtet. Hier lässt es sich aushalten. Die Mensa ist ziemlich groß, aber in der Mittagspause immer überfüllt. Das Essen ist lecker, aber es ist nicht sehr leicht sich etwas auszusuchen…Und lange halten Mahlzeiten auch nicht vor. Abends waren wir dann in Tokyo einen Trinken und haben uns da mit anderen Bremern getroffen.

















Samstag war dann Sightseeing in Tokyo! Sehr spannend das alles hier. Man fährt erstmal ne Stunde und ist dann immer noch nicht da, wo man hin möchte! Wir waren zunächst an den Anlagen rund um den Tenno-Palast, sind dann gegen 18 Uhr (denn da wird es hier schon dunkel) nach Ginza, dem Nobelshoppingstadtteil, gefahren und haben uns von den Neonröhren-Werbebotschaften erschlagen lassen! Das war dann für alle Tokyo so, wie man es sich vorstellt.

Henning kannte zum Glück das Dentsu-Bilding

und da sind wir dann hoch. Die Aussicht aus dem 46. Stock war einfach atemberaubend! Danach bin ich mit ins Wohnheim von André und Henning und wir haben uns auf die Nacht vorbereitet. Denn es sollte in den Ausländerpartybezirk Nummer1 (一番) gehen: Roppongi! Und da die Bahnen in Tokyo sogar samstags ihre Ruhe brauchen, mussten wir die Nacht durch machen! (und das trotz Jetlag!)
Am Sonntag haben wir es dann etwas ruhiger angehen lassen und nichts Großes mehr gerissen. Da Montag und Dienstag noch Unterrichtsfrei waren, sind wir noch mal los gezogen Tokyo zu erkunden. Am Montag war das Wetter leider nicht so gut, daher sind wir nicht groß rum gekommen. Abends haben wir dann Hennings Geburtstag gefeiert.

Mit einem 飲み会 (=Nomikai; einem Treffen um zu Trinken) Am Dienstag war Feiertag in Japan und wir sind los und haben uns die Tokyo-bay angeschaut. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf drei Sehenswürdigkeiten Tokyos. Die Freiheitsstatur (wie die in New York in klein), den Tokyotower (siehe Eifelturm) und die Rainbow bridge (ähnlich Goldengate…). Abends dann wieder nach Ginza. Dort war dieses Mal die Straße für Autos gesperrt und die Leute standen Schlange (das können die Japaner gut). Aber wofür war diese ewig lange Schlange?
à Für das kürzlich eröffnete H&M!!! UNGLAUBLICH!!! (die spinnen die Japaner)
Mittwoch: erster „Schultag“
Wir haben Montag - Donnerstag von 09:00 Uhr bis 14:45 Uhr Unterricht Freitag von 09:00 Uhr bis 12:15. Der erste Tag ging im Nachhinein von den Anforderungen her. Die Lehrerin hat zwar sehr schnell, dafür aber gut verständlich gesprochen und ich kam ganz gut mit. Nach dem Mittagessen fiel ich dann in das „Loch“ und mir hat auch kein Kaffee aus dem Automaten geholfen. Die Stunden nach dem Mittag habe ich eine Aufmerksamkeitsspanne von vielleicht 10 Min. Ich hoffe, das bessert sich noch.